Programm 2026
Im Zentrum dieses Programms steht eines der bekanntesten Lieder des 15. Jahrhunderts: Fortuna desperata, vermutlich von Antoine Busnois. Anmutig und zugleich von Wehmut durchzogen, spiegelt die Chanson die Faszination der Renaissance für wandelbares Schicksal und die Zerbrechlichkeit menschlichen Glücks. Ursprünglich ein weltliches Liebeslied, verbreitete sich die Melodie in ganz Europa und inspirierte sowohl höfische Musik als auch geistliche Bearbeitungen. Josquin des Prez verwandelte die originalen Stimmen der Chanson in seiner Missa Fortuna desperata in ein kunstvolles polyphones Geflecht. Alexander Agricola fügte der dreistimmigen Grundlage weitere Stimmen hinzu und entwickelte einen markanten rhythmischen und harmonischen Charakter. Von den burgundischen Höfen bis zu den italienischen Kapellen spannt sich die Reise von Fortuna desperata über Zeit und Stil und zeigt, wie aus einer einzigen Melodie immer wieder Neues entstehen kann und verkörpert dabei sowohl Zartheit als auch Widerstandskraft des menschlichen Geistes.
John Dowland - Ein musikalisches Porträt
18. April 2026, Kartäuserkirche Basel
17:15 Uhr
Franz Vitzthum, Countertenor
Julian Behr, Laute
Tauchen Sie ein in die faszinierende Klangwelt der Renaissance und begleiten Sie uns auf eine musikalische Reise durch das Europa des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts – im Zeichen eines der bedeutendsten Komponisten dieser Zeit: John Dowland (1563–1626). 2026 jährt sich sein Todesjahr zum 400. Mal.
Mit seinem unverkennbaren Gespür für melancholische Tiefe und emotionale Ausdruckskraft gilt Dowland bis heute als der „europäische Orpheus“. Doch seine Musik war nicht nur in England zu Hause – sein bewegtes Leben führte ihn quer durch Europa, wo er bedeutende musikalische Impulse aufnahm und weiterentwickelte.
Das Programm stellt natürlich Dowlands Werke in den Mittelpunkt – darunter seine berühmten Lautensolostücke und Songs aus seinen 1597, 1600 und 1603 erschienenen „Book of Songs“. Ergänzt wird das Konzert durch Werke seiner Zeitgenossen wie Luca Marenzio, deren Musik ihm auf seinen Reisen begegnete und ihn inspirierte. Auch sein Nachwirken wird beleuchtet – etwa durch Kompositionen seines Sohnes Robert Dowland, der das musikalische Erbe des Vaters weiterführte.
Liebeskantaten von Bach und Händel
18. April 2026, Peterskirche Basel
19:30 Uhr
J. S. Bach-Stiftung St. Gallen
Im Frühling 2018 fanden vier ambitionierte Sängerinnen und Sänger aus den Kantonen Aargau und Solothurn zusammen – vereint durch das Ziel, a-cappella-Musik auf höchstem Niveau zu gestalten.
Seit Jahren begeistert orion vokal 4 mit ebenso kreativen wie musikalisch bestechenden Programmen. Die beiden Mitsänger Joël Morand und Daniel Pérez wirken dabei nicht nur als Ensemblemitglieder, sondern auch als Arrangeure. Für die Programme «Schwiiz, du fragsch was ich möchte singe» und «Früehner, Lieder us üsere Chindheit» haben sie einen Grossteil der Musik selbst vertont. Beim Programm «Früehner» entstand zudem eine Zusammenarbeit mit dem Badener Slam-Poeten Simon Libsig.
Neben diesen eigenständig entwickelten Programmen sind die Weihnachtskonzerte «Wiehnachte!» seit 2018 fester Bestandteil des Konzertkalenders des Vokalquartetts. In einer stimmungsvollen Stunde voller musikalischer Wärme entführt orion vokal 4 sein Publikum dabei auf eine Reise über verschiedene Erdteile.
Am Orpheus Festival präsentiert das Vokalquartett einen Querschnitt aus den beiden Programmen «Früehner» und «Schwiiz».